Nachschau zum Kurs "Grundlagen der Entgiftung"

Anton Kummer • 17. März 2025

Naturheilkundliches Grundlagenseminar V

Die naturheilkundliche Betrachtung des menschlichen Entgiftungssystems ist ein zentrales Thema für Therapeuten und Gesundheitsinteressierte. In unserem Grundlagenseminar V haben wir uns eingehend mit den physiologischen und biochemischen Prozessen der Entgiftung beschäftigt. Hier eine Nachschau der wichtigsten Inhalte.


Die drei Phasen der Entgiftung

Phase I: Biotransformation und Aktivierung

In dieser Phase werden fettlösliche Toxine mithilfe von Enzymen, insbesondere der Cytochrom-P450-Familie, in wasserlöslichere Zwischenprodukte umgewandelt. Diese Zwischenprodukte können jedoch reaktiv und potenziell schädlich sein, weshalb Phase II eine entscheidende Rolle spielt.

Phase II: Konjugation und Neutralisierung

Hier werden die toxischen Zwischenprodukte durch Konjugationsreaktionen entschärft. Dabei spielen unter anderem folgende Mechanismen eine Rolle:

  • Glucuronidierung (Ermöglicht die Ausscheidung über die Galle und den Urin)
  • Sulfatierung (Besonders wichtig für Hormone und Medikamente)
  • Methylierung (Wesentlich für die Entgiftung von Schwermetallen)
  • Glutathion-Konjugation (Eine der stärksten Entgiftungsreaktionen, schützt vor oxidativem Stress)

Phase III: Transport und Ausscheidung

Die Endprodukte der Phase-II-Reaktionen werden über die Galle, den Darm, die Nieren und die Haut ausgeschieden. Dies zeigt, wie wichtig ein gut funktionierendes Ausscheidungssystem ist.

Das Leber-Gallensystem

Die Leber ist das Hauptorgan der Entgiftung. Durch die Bildung von Gallenflüssigkeit werden fettlösliche Schadstoffe in den Darm transportiert und über den Stuhl ausgeschieden. Naturheilkundliche Unterstützungsmaßnahmen umfassen:

  • Bitterstoffe (z. B. Löwenzahn, Artischocke, Mariendistel)
  • Phospholipide (zur Regeneration der Leberzellmembranen)
  • Cholin und Methionin (wichtig für den Fettstoffwechsel und die Lebergesundheit)

Das Nieren-System

Die Nieren sind für die Filtration wasserlöslicher Schadstoffe verantwortlich. Eine optimale Nierenfunktion kann unterstützt werden durch:

  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Kräuter wie Brennnessel, Goldrute und Schachtelhalm
  • Basenreiche Ernährung zur Reduktion der Säurebelastung

Polyphenole und Resveratrol – Schutz für die Entgiftungssysteme

Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Resveratrol, ein Polyphenol aus roten Trauben, unterstützt die Leberentgiftung, schützt vor oxidativem Stress und hat zellregenerierende Effekte.

Glutathion – Das Meister-Antioxidans

Glutathion ist ein zentraler Bestandteil der Phase-II-Entgiftung. Es neutralisiert freie Radikale und Schwermetalle und regeneriert andere Antioxidantien wie Vitamin C und E. Unterstützende Maßnahmen:

  • Nährstoffe wie N-Acetylcystein (NAC) und Alpha-Liponsäure
  • Schwefelhaltige Lebensmittel (z. B. Knoblauch, Zwiebeln, Kreuzblütler-Gemüse)

Homotoxikologie – Das Konzept der „Schlacken“

Die Homotoxikologie betrachtet Krankheiten als Ausdruck der körpereigenen Entgiftungsbemühungen. Sie unterscheidet sechs Phasen der Belastung und nutzt gezielt naturheilkundliche Mittel zur Förderung der Ausleitung.

Naturheilkundliche Labordiagnostik

Zur Beurteilung der Entgiftungsleistung können Laboranalysen hilfreich sein, z. B.:

  • Bestimmung der Leberwerte (GOT, GPT, GGT)
  • Glutathion-Status
  • Organische Säuren im Urin zur Einschätzung der Mitochondrienfunktion

Das Lymphsystem – Der „Recyclinghof“ des Körpers

Das Lymphsystem spielt eine entscheidende Rolle bei der Drainage von Stoffwechselprodukten. Maßnahmen zur Unterstützung:

  • Manuelle Lymphdrainage
  • Bewegung (Rebounding, sanftes Ausdauertraining)
  • Heilkräuter wie Cleavers (Labkraut) und rote Klee

Fazit

Die naturheilkundliche Betrachtung der Entgiftung zeigt, dass eine umfassende Unterstützung notwendig ist, um den Körper optimal zu entlasten. Neben gezielten Maßnahmen für Leber, Nieren und Lymphe ist auch eine ganzheitliche Betrachtung durch Ernährung, Pflanzenstoffe und Labordiagnostik essenziell. Unser Seminar hat verdeutlicht, wie wichtig es ist, das Wissen über Entgiftungsprozesse gezielt in die Praxis zu integrieren.


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Es war ein sehr intensives Seminar mit spannenden Teilnehmern. Es entstanden Interessensgruppen für Gerson-Therapie, Budwig-Therapie, die wir auch gerne weiter betreuen. Auch hat sich bis zum nächsten Kurs ein kleines Projekt in Bezug auch die Matrix-Therapie ergeben. Die bindegewebige Matrix oder das Grundsystem nach Pischinger. Prof. Dr. med. Alfred Pischinger (1899–1983), der Wiener Histologe und Embryologe, hat im lebenden Organismus eine Grundregulation erkannt. Sie entfaltet sich im Zwischenraum zwischen den Zellen, den Blutgefäßen, den Lymphbahnen und den Nervenenden: Die Leistungsfähigkeit des Menschen entscheidet sich im Zwischenraum zwischen den Zellen, im Bindegewebe. Alle toxischen Stoffe, mit denen der Mensch durch Atem, Haut und Nahrung in Berührung kommt, breiten sich zwischen den Zellen aus. Setzen sie sich dort fest, weil der Abtransport nicht funktioniert, wird die Leistungsfähigkeit des Körpers vermindert. Alle Stoffe, die nicht in den Körper gehören und sich dort ablagern, sind für diesen Körper toxisch, auch wenn sie außerhalb nicht als Giftstoffe gelten. Das Bindegewebe, das jede einzelne unserer Körperzellen als einheitliches Organ umgibt, ist jene Übertragungs-Substanz, welche jeder Nährstoff und jedes Sauerstoff-Molekül auf dem Weg in die Zelle passieren muss, um intrazellulär verfügbar zu sein. Den gleichen Weg nehmen die vielfältigen Partikel, die dann so lange im Bindegewebe abgelagert werden, bis die Depots („Plaques“, „Gelosen“) übervoll sind. Die nicht mehr lagerbaren Stoffe erreichen dann die Körperzellen und behindern (ja verstopfen) die Zellmembranen als Einlass-Stellen für Mikronährstoffe. Aus diesem Grund ist der Körper so leistungsstark bzw. so gesund wie sein Grundsystem. Beteiligt am Stoffwechsel sind die Zellen eines Organs, die Blutgefäße, die Lymphgefäße, das vegetative Nervensystem, die extrazelluläre Flüssigkeit (hexagonales Körperwasser). Das weiche Bindegewebe macht 80% unseres Körpers aus. Es versorgt die Organzellen mit Sauerstoff, ernährt sie, entsorgt die Schlackenstoffe, die in den Zellen anfallen und leitet wichtige Botenstoffe aus dem Blut weiter. Gleichzeitig ist es die Heimat der Körperabwehr. Alle Stoffe, die in die Zellen gelangen sollen, müssen zunächst eine Transitstrecke im Grundsystem zurücklegen, erst dann können sie aufgenommen werden. Höchste Bedeutung, neben der Freiheit von Ablagerungen im Bindegewebes, hat der pH-Wert des Blutes und der Körperflüssigkeiten. Es entsteht ein „elektrostatischer Grundtonus“ im Organismus, welcher entscheidend dafür ist, ob, wie und in welcher Qualität die steuernden Substanzen (Hormone, Neurotransmitter, Neuropeptide und andere Substanzen) in die Zellen gelangen. Unsere zivilisatorische Übersäuerung, diese stille Volksseuche, hat unabsehbare Folgen! Was (nicht nur) für Sportler enorm wichtig ist. Das Projekt beinhaltet die Aktivierung dieses Grundsystems auf die möglichst günstigste und einfachste Weise mit dem größtmöglichen Nutzen auch auf die Mitochondrien. Wir dürfen gespannt sein.
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